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TIPPS ZUR PFLEGE VON FLIEGENSCHNÜREN

Das Coating von Fliegenschnüren

Das Coating der meisten modernen Fliegenschnüre besteht aus Polyvinylchlorid (PVC), einem Hartplastik, das durch Mischung mit Weichmachern und anderen chemischen Zusätzen weich und biegsam wird. Jeder Fliegenschnurhersteller hat seine eigenen Geheimrezepte für die Arten und Mischungsverhältnisse von Weichmachern und Zusätzen, um damit die speziellen Charakteristiken seiner Schnüre wie Geschmeidigkeit, Flexibilität bei hohen oder niedrigen Temperaturen, wasserabweisende Wirkung oder die Härte des Coatings exakt zu steuern. Einige wenige Hersteller, wie CORTLAND, tragen zusätzliche dünne Schutzschichten, sogenannte Top Coats auf, um damit eine Verbesserung der Oberflächenglätte und weiterer spezifischer Handlingeigenschaften zu erreichen.

Obwohl PVC extrem haltbar ist und auch starken Beanspruchungen stand hält, kann es durch falsche Handhabung beschädigt werden. Die meisten Qualitätsschnüre halten mehrere Angelsaisonen wenn sie richtig gepflegt werden. Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei helfen, die Lebensdauer Ihrer neuen CORTLAND Schnur erheblich zu verlängern.

Halten Sie die Schnur sauber:

An Fliegenschnüren bleiben mikroskopisch kleine Teilchen von Schmutz, Mineralien und Algen haften und bilden auf der Oberfläche der Schnur einen nahezu unsichtbaren Film. Eine verschmutzte Fliegenschnur schwimmt nicht so gut wie eine saubere Schnur. Die harten mineralischen Partikel verursachen eine starke Reibung zwischen der Schnur und den Rutenringen. Das führt zu Abrieb an der Schnur (und den Ringen), die Schnur verliert ihre Glätte und schießt nicht mehr durch die Ringe. Je stärker die Verschmutzung, um so schneller der Verschleiß.

Dem können Sie ganz einfach vorbeugen, indem Sie die Schnur reinigen. Wenn Sie das Glück haben, nur an sauberen und völlig unbelasteten Gewässern zu fischen, reicht eine gelegentliche Reinigung aus. Je verschmutzter das Gewässer ist, um so häufiger sollte die Schnur gesäubert werden.

Dafür bietet CORTLAND die Pro Line Cleaner Reinigungspads an. Falten Sie einfach ein Pad in der Mitte, legen die Fliegenschur dazwischen und ziehen sie der kompletten Länge nach hindurch. Das Pad ist mit einem Spezialmittel getränkt, das die Schnur reinigt und gleichzeitig die Weichmacher in der Schnur wieder auffrischt. Machen Sie das einfach zu Beginn jedes Angeltags und Ihre Schnur bleibt immer sauber und geschmeidig. Wenn Sie kein Reinigungspad zur Hand haben, können Sie die Schnur auch ganz einfach durch ein saugfähiges Tuch ziehen, das Sie zuvor mit Seifenwasser getränkt haben.

Aber – was auch immer Sie tun – verwenden Sie niemals Vinyl-Pflegemittel (z.B. Cockpitspray), Silikonspray oder Schmiermittel wie beispielsweise WD-40! Diese Chemikalien schaden Ihrer Fliegenschnur mehr als sie nützen.

Tragen Sie Pflegemittel sparsam auf:

Im Fliegenfischer-Zubehör werden viele Pflegemittel für Fliegenschnüre angeboten, die eine Verbesserung der Schnureigenschaften versprechen. Die besten dieser Pflegemittel hinterlassen einen mikroskopisch dünnen Film auf der Schnur, der zu einer Auffrischung der Weichmacher und anderer chemischer Bestandteile führt, die bei starkem Gebrauch mit der Zeit aus dem PVC ausdiffundieren. Die schlechtesten Pflegeprodukte überziehen die Fliegenschnur mit einem dickeren Film, der besonders schnell Schmutz und andere Partikel anzieht und an sich bindet.

Wir empfehlen Ihnen, CORTLAND Schnüre nur mit original CORTLAND Pflegemitteln zu behandeln. Tragen Sie nur eine geringe Menge auf, wischen anschließend fast alles wieder mit einem saugfähigen Tuch ab und lassen die Schnur über Nacht bis zum nächsten Einsatz auf der Rolle trocknen.

Vermeiden Sie Schnurkontakt mit Lösungsmitteln:

Die meisten Sprays, Insektenschutzmittel und einige Sonnenschutzpräparate enthalten flüchtige Lösungsmittel und andere Chemikalien, die das Coating einer PVC-Schnur angreifen können. Reines PVC ist völlig unempfindlich gegen Lösungsmittel, aber nicht die Weichmacher und chemischen Additive, welche die Schnur geschmeidig machen. Seien Sie also besonders vorsichtig beim Auftragen von Insektenschutzmittel und vermeiden jeden Kontakt zwischen Schnur und dem Repellent, denn sowohl das Diethyltoluamid als auch der Alkohol im Insektenschutzmittel greifen die Oberfläche der Fliegenschnur an. Benzin, Diesel und Reinigungsbenzin sind ebenfalls schädlich für die Schnur. Außerdem sollte Ihre Schnur nicht mit Schwimmpräparaten für Trockenfliegen in Kontakt kommen, die besonders schnell trocknen. Diese enthalten nämlich meist ein flüchtiges Lösungsmittel.

Schützen Sie die Schnur vor großer Hitze:

Wenn Fliegenschnüre über längere Zeit großer Hitze ausgesetzt sind, schmelzen die Weichmacher förmlich aus ihr heraus. Zwei der heißesten Orte sind das Amaturenbrett und die Hutablage unter der Heckscheibe eines in praller Sonne geparkten Autos.

Trocken und sauber aufbewahren:

Wenn Sie Ihre Schnur für eine längere Zeit „außer Betrieb nehmen“, reinigen Sie die Schnur und behandeln sie mit einem Pflegemittel und bewahren sie an einem trockenen, luftigen und dunklen Ort auf. So vermeiden Sie die Bildung von Schimmel, der das Coating angreifen kann. Wenn Sie mit der Schnur im Salzwasser gefischt haben, empfiehlt es sich, nicht nur die Schnur sondern auch das Backing von Salzpartikeln zu reinigen. Das geht am besten, indem Sie die Schnur und das Backing von der Rolle auf eine große Plastikspule wickeln, diese zwei Tage lang in einen Behälter mit mildem Seifenwasser (unparfümierte Handseife oder Babyseife) legen und beim anschließenden Zurückspulen auf die Rolle zunächst das Backing durch ein saugfähiges Tuch ziehen und die Fliegenschnur durch ein CORTLAND Reinigungspad.

Verwahren Sie eine feuchte Rolle (auch wenn die Rolle trocken ist, befindet sich oft noch Feuchtigkeit im Backing) keinesfalls über längere Zeit in einer Plastiktüte oder einem anderen luftdicht schließenden Behälter. Damit schädigen Sie nicht nur die Fliegenschnur sondern auch die Fliegenrolle, weil die Staunässe Korrosion an den Lagern, Federn und anderen wichtigen Metallteilen hervorrufen kann.

Vermeiden Sie mechanische Beschädigungen:

Die häufigsten Ursachen für Beschädigungen an Flugschnüren sind: zwischen Rollengehäuse und Spule einklemmen, mit Gewalt durch den Spitzenring ziehen, mit den Watschuhen (mit Spikes!) drauf treten, Kontakt mit Steinen oder Bäumen bei Hängern, beim Rückschwung und beim Laufen entlang des Ufers.

Achten Sie beim Spulenwechseln oder Einsetzen der Spule darauf, dass die Schnur nicht eingeklemmt wird. Ziehen Sie die Schnur nicht bei hochgehaltener Rutenspitze durch den Spitzenring, denn durch die Umlenkung entsteht eine extrem hohe Reibung zwischen der Schnur und dem Ring. Stellen Sie stattdessen die Rute mit dem Handteil auf den Boden, halten sie vor der Rutenspitze fest und ziehen die Fliegenschnur gerade nach vorn aus dem Spitzenring. Wenn sich die Schnur unter oder über Wasser an einem Stein oder in Sträuchern und Ästen verfangen hat, versuchen Sie keinesfalls, die Schnur mit Gewalt frei zu bekommen. Jeder kräftige Zug an der Schnur führt zu Beschädigungen des Coatings. Wenn Sie die Angelstelle wechseln und am entlang des Ufers oder über Kiesbänke laufen, ziehen Sie die Fliegenschnur nicht einfach hinter sich her. Halten Sie die Schnur in Klängen in der Hand, oder noch besser, spulen Sie sie auf die Rolle.

Wurfübungen nur am Wasser:

Wurftraining ist sehr sinnvoll, doch bitte nur am Wasser. Wenn Sie eine Fliegenschnur über Asphalt, Beton oder Steinboden ziehen, können Sie sie auch direkt mit Schleifpapier abschmirgeln. Selbst auf der Wiese nimmt die Schnur schaden, denn zwischen dem Gras befinden sich Erde, Steinchen und Schmutz.

Strecken Sie die Schnur:

Auch die geschmeidigsten Fliegenschnüre haben einen gewissen Memory-Effekt und kringeln wenn sie längere Zeit auf der Rolle aufgewickelt waren. Deshalb sollten Sie die Schnur immer vor dem Fischen strecken. Entweder ziehen Sie mit Hilfe eines Angelfreundes an beiden Enden der Schnur oder Sie strecken die Schnur Meter für Meter mit beiden Händen. So verschwinden die Kringel und die Schnur schießt, fliegt und schwimmt optimal. Das ist auch eine gute Gelegenheit, um die Schnur einmal durch das CORTLAND Reinigungspad zu ziehen.

Manche Fliegen, wie beispielsweise sehr große Maifliegenmuster mit gespreizten Flügeln, Popperfliegen und Fliegen, die auf geschränkte Haken gebunden sind, drehen sich beim Wurf in der Luft wie ein Propeller und verdrallen damit die Fliegenschnur. Wenn Sie dieses Phänomen bemerken, schneiden Sie die Fliege vom Vorfach und lassen die Fliegenschnur einige Minuten lang in der Strömung hängen oder, wenn Sie vom Boot fischen, schleppen die Schnur ohne Fliege einige Minuten hinter dem fahrenden Boot. So kann die Fliegenschnur sich entdrallen und ist wieder einsatzbereit.

Wenn Ihnen, zum Beispiel an einem Seeufer, weder Strömung noch Boot zur Verfügung stehen, legen Sie die Schnur der Länge nach am Ufer aus und streichen den Drall mit den Händen aus der Schnur. Schützen Sie Ihre Hand mit einem Tuch. Beginnen Sie etwa drei Meter hinter der Schnurspitze. Pressen Sie die Schnur zwischen das Tuch und ziehen sie mit der anderen Hand hindurch. Dabei wird der Drall in Richtung der Schnurspitze aus der Schnur herausgestrichen. Dann ziehen Sie die vorderen vier Meter durch das Tuch, dann die vorderen fünf Meter, und so weiter bis Sie das hintere Schnurende erreicht haben und abschließend die gesamte Schnur durch das Tuch ziehen. Diesen Vorgang wiederholen Sie so lange, bis die Schnur nicht mehr verdrallt ist.

Wenn Sie diese Regeln beherzigen und Ihre Schnur gut pflegen, werden Sie mehr Freude am Fliegenfischen haben. Denn eine Schnur, die sich mühelos werfen, menden und führen lässt, wird Ihren Wurfarm nicht ermüden und Ihre Freude am Fischen nicht in Frustration verwandeln.

Und, was man nicht außer Acht lassen sollte, Sie fangen damit definitiv mehr Fische.

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